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Viele tief zerstörte, abgestorbene oder entzündete Zähne, die früher als verloren galten, können heutzutage durch die Anwendung neuester Technologien in der Endodontie erhalten werden. Dabei ist eine moderne Wurzelkanalbehandlung in aller Regel nicht schmerzhaft.

Wissenschaftliche Statistiken über Wurzelkanalbehandlungen in Deutschland weisen eine Erfolgsrate von nur 40% aller in Deutschland durchgeführten Wurzelkanalbehandlungen auf, während durch modernste Techniken Erfolgsraten von über 90 % erreicht werden können.

Ausschlaggebend für den Erfolg einer Wurzelbehandlung (auch:Wurzelkanalbehandlung; Endodontie) ist, dass sämtliches entzündetes oder abgestorbenes Gewebe aus dem Inneren des Zahnes entfernt und das Zahninnere von Bakterien gereinigt und desinfiziert wird. Im Anschluss erfolgt der dichte und sterile Verschluss des Zahnes bzw. der Wurzel genau bis zur Wurzelspitze.

Eine gute Wurzelkanalbehandlung bedarf einigen „Know Hows“, perfekter Sicht in den Zahn und einer besonderen Ausstattung. Vor allem aber einer ganzen Menge Zeit - schließlich ist das Innere eines Zahnes oft sehr verzweigt und immer sehr klein. Die Wurzelbehandlung eines Backenzahnes kann da schon mal mehr als zwei Stunden in Anspruch nehmen, ist aber meist nach 1 bis 2 Sitzungen abgeschlossen.
Samir Naja hat sich in mehreren Fortbildungen und Kursen auf dem Gebiet der Endodontie weitergebildet. Den hochwertigen Behandlungen liegen höchste internationale Standards (Richtlinien der European Society of Endodontology - ESE) und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Grunde.

Hierzu zählen die Anwendung von computergesteuerten Motoren zur Wurzelkanalaufbereitung, besonders flexibleNickel-Titan Feilen bei Wurzelkrümmungen, elektronische Längenmessungen die z.T.  Röntgenaufnahmen während der Behandlung überflüssig machen, verschiedene Spüllösungen und deren zusätzliche Ultraschallaktivierung zur Desinfektion, sowie der Einsatz einer Lupenbrille. Dies alles in Kombination mit der Technik der abschließenden thermoplastischen, dreidimensionalen Füllung und Versiegelung der Wurzelkanäle schafft eine deutlich bessere Prognose für Ihren Zahn als herkömmliche Verfahren der Wurzelbehandlung.

Besonders stark gekrümmte Kanäle, Ramifikationen, Verkalkungen oder Perforationen sind mit den herkömmlichen Techniken der Endodontie häufig nicht erfolgreich zu behandeln. Die Kosten einer hochwertigen Wurzelbehandlung sind in aller Regel deutlich geringer als bei einer Zahnentfernung und anschließend notwendigen alternativen Lückenschluß-Therapien.


 

Wann benötigt man eine Wurzelkanalbehandlung?


Eine Wurzelkanalbehandlung ist notwendig, wenn der vorhandene Zahnnerv (Pulpa) entzündet oder abgestorben ist.
Hierfür kommen neben einer Karies auch chemische oder thermische Reize, Risse im Zahn, Unfallverletzungen oder vorherige großflächige Restaurationen als Ursache in Betracht. Die typischen Symptome einer infizierten abgestorbenen oder entzündeten Pulpa (Pulpa-Nerv,Blutgefäße u.a. im Zahn) sind Aufbissempfindlichkeiten, Temperaturempfindlichkeit oder bei abgestorbener Pulpa ein negativer Kältetest. Meist kann der Betroffene auf diesem Zahn nicht mehr richtig kauen und verspürt einen pulsierenden Schmerz am betreffenden Zahn. Wird dieser nicht behandelt, kann es neben Schmerzen zu einer Ausbreitung der Entzündung in den Knochen und in Folge zum Verlust des erkrankten Zahnes kommen.
   

 

Wie läuft eine Wurzelkanalbehandlung ab?


1.Dichte Aufbaufüllung

Nach ausreichender Betäubung werden als erstes Karies oder undichte alte Füllungen entfernt, um die Erhaltungswürdigkeit des Zahnes zu beurteilen. Bei Überkronten Zähnen kann in den meisten Fällen ein Zugang zum Zahninneren durch die vorhandene Krone erfolgen, sofern sich keine Karies unter dieser verbirgt. 

2. Anlegen von Kofferdam

Eine wichtige Bedingung für eine erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung ist die absolute Trockenlegung. Dabei wird ein Gummituch mit einer Klammer über dem Zahn fixiert, so dass der Zahn vom Speichel, und somit von den Bakterien aus der Mundhöhle isoliert ist. Zudem ist der Patient vor den Spüllösungen geschützt und kann keine Instrumente verschlucken.
In vielen Fällen kann jedoch durch gute relative Trockenlegung mit Watterollen auf diesen Schritt verzichtet werden.

3. Zugang zum Kanalsystem

Sind alle Vorarbeiten abgeschlossen, wird der Zugang zum Wurzelkanalsystem des Zahnes angelegt. Dabei wird mit einem diamantierten Schleifinstrument ein Loch in den vorher gelegten Aufbau gebohrt, um die Wurzelkanaleingänge zu finden und richtig darzustellen. Durch diesen Zugang können Instrumente und Spüllösungen zum Desinfizieren des Zahnes eingebracht werden.

4. Elektrometrische Längenmessung

Um die Arbeitslänge (Länge der Zahnwurzel) zu bestimmen, setzt man heute zusätzlich zum Röntgenbild auch noch die elektrometrische Längen-Messmethode ein. 
Diese Geräte sind aus der modernen Endodontie nicht mehr wegzudenken. Dabei wird das Gerät mit einer Feile verbunden, welche in den Kanal eingeführt wird. Wenn die Feilenspitze die richtige Länge erreicht hat, gibt das Gerät einen Signalton an, der dem Zahnarzt mitteilt, dass er die richtige Länge erreicht hat. Diese Messmethode ist zumeist genauer als ein Röntgenbild und wird zusätzlich zur Längenbestimmung angewendet.

5. Formgebung/ Aufbereitung der Kanäle

Bei der Wurzelkanalaufbereitung ist es sehr wichtig, dem originalen Kanalverlauf zu folgen, was bei zumeist gekrümmten Wurzelkanälen mit den alten Stahlinstrumenten nicht immer möglich war.
Die Wurzelkanalaufbereitung findet daher in unserer Praxis mit computergesteuerten Motoren und speziellen, flexiblen Instrumenten aus Nickel- Titan statt.  Diese Instrumente (Nickel- Titan Feilen) erlauben durch ihre Flexibilität und hohe Belastbarkeit eine exakte Reinigung und Formgebung stark gekrümmter oder sehr feiner Wurzelkanäle.

6. Spülungen

Da wir mechanisch nicht alle Anteile des Kanalsystems bearbeiten können, kommen während der Aufbereitung verschiedene Spüllösungen (Natriumhypochlorid, Chlorhexamed, EDTA) zum Einsatz, um das Wurzelkanalsystem zu desinfizieren. Diese Spüllösungen haben den Zweck, Gewebe aufzulösen und Bakterien abzutöten. Dabei kommt der Einwirkzeit eine wichtige Bedeutung zu. Um eine maximal effektive Abtötung aller Bakterien im Wurzelkanal zu erreichen, führen wir ggf. zusätzlich eine Ultraschallaktivierung der Spülflüssigkeiten durch.

7. Medikamentöse Zwischeneinlage

In manchen Fällen ist es notwendig, eine medikamentöse Einlage zur Langzeitdesinfektion in den Zahn einzubringen. Meistens wird dafür Kalziumhydroxid verwendet. Wichtig ist in allen Fällen ein bakteriendichter Verschluss der Zugangsöffnung, da ansonsten Bakterien aus dem Speichel das Kanalsystem neu infizieren können. Der provisorische Verschluss wird in unserer Praxis daher immer mit einer bakteriendichten Füllung durchgeführt.

8. Füllen (Obturation) des Wurzelkanalsystem

Zum Füllen des neu geschaffenen Hohlraumes im Zahn wird eine Kautschukmasse (Guttapercha) benutzt. Wir benutzen die so genannte "warme“ vertikale Kondensation", erwärmte „Thermafill Stifte“ und die „laterale Kondensationstechnik“ . Dabei wird die Gummimasse mittels eines bestimmten Gerätes erwärmt und mit speziellen Instrumenten nach unten gegen die Wurzelspitze gedrückt (kondensiert). Damit werden feinste Hohlräume ausgefüllt. Ziel ist ein bakteriendichter Verschluss.
Nach Abfüllen des Zahnes, wird die Zugangsöffnung mittels der Kunsstofffüllung wieder dicht verschlossen. Damit ist eine bakterielle Reinfektion fast ausgeschlossen. Je nach Ausgangsbefund sollte der Zahn entweder mit einer Krone oder einem Keramikinlay versorgt werden, um den Zahn zusätzlich zu schützen. Wichtig ist, dass diese endgültige Restauration zeitnah nach Anschluss der Wurzelkanalbehandlung erfolgt.